24. Oktober 2010
Leserbrief Fußgängerzone

 

„Krebsgeschwür am Pferdemarkt“

So „beschrieb“ FDP-Ratsmitglied Zemlin in der Ratssitzung den Zustand der Fußgängerzone in Hameln. In Hameln würden „die Lichter ausgehen“, wenn nicht saniert würde. Die Fußgängerzone sei eine „Katastrophe“, eine „Buckelpiste“, waren weitere Beiträge von ihm sowie Rednerinnen und Rednern anderer Fraktionen.

 

Tief wurde in die Kiste der Horrorszenarien gegriffen. Angesichts des Bürgerbegehrens gegen die Altstadterneuerung im April schien kein Argument schrill genug, um nicht noch gebracht zu werden. Das allein könnte schon misstrauisch machen gegen die Pläne zur Fußgängerzone. Auch wurde dem „Zustand“ der Fußgängerzone die Schuld an den leerstehenden Geschäften und der Schließung von Hertie angelastet. Einzig ein Ratsherr hielt das für Unsinn und sprach es aus: die monströse ECE-Stadtgalerie zieht der Bäcker- und Osterstraße die Kunden ab. Wer unverblendet denken kann, hat genau das so kommen sehen. In Celle z. B. wurde das erfolgreich verhindert.

Auf die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die „Sanierung“ der Fußgängerzone wurde mit großem Knüppel gedroschen: sie würden die Bürger an der Nase herumführen u. ä. Mir scheint: umgekehrt wird ein Schuh daraus. Was die beschworene Begrenzung des Projektes auf 5 Millionen angeht: das sind schon 1,5 Millionen mehr als noch vor einigen Monaten, dazu dann nochmals 0,5 Millionen für die Terrasse. Was letztlich dabei herauskommt, wenn die Ausschreibungen raus sind und der Bau losgeht, kennen wir vom Bau der Kreisverwaltung, des Krankenhauses und der „Erlebniswelt Renaissance“: weitere Millionen. All diese Gelder werden für Jahre bei dringenden Projekten fehlen: Schulsanierungen, Straßenausbesserungen, Radwege-Ausbau und vieles mehr. Wer führt also wen an der Nase herum?

Die Fußgängerzone ist in keinem schlechten Zustand. Wo es nötig ist, muss repariert werden. Auch kleine Verschönerungen sind immer möglich. Eine Total-Erneuerung zum jetzigen Zeitpunkt ist Geldverschwendung. Die Hamelner Bürger können diese Verschwendung und die Verunstaltung ihrer Altstadt noch stoppen: sie sollten im April mit „Ja“ zum Erhalt der Fußgängerzone in der jetzigen Form abstimmen.

 

Klaus-Dieter Suhr

 

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